Sodbrennen ( gastro-ösophageale Refluxkrankheit )

Definition:

Sodbrennen ist mit eines der am häufigste geklagten Symptome. Nahezu jeder hat ein oder mehrfach diese Beschwerden schon mal zu beklagen gehabt. Hinter dem Begriff der Refluxkrankheit versteht man ein Brennen, einen dumpfen Schmerz oder Druck hinter dem Brustbein. Meist besteht ein Zusammenhang mit der Art und Menge der Nahrung. Gerne sind die Beschwerden auch nachts im Schlaf zu spüren. Weitere Symptome können Schluckstörungen, morgendliche Heiserkeit und chronisch vermehrtes Aufstoßen sein. Weniger bekannt ist, daß die Refluxkrankheit zur chronischem Husten, Bronchitis, Lungenentzündung und Asthma führen kann. Nicht selten werden die Beschwerden zunächst dem Herzen zugeordnet.

In selten Fällen können auch eine chronische Halsentzündung (sog. Laryngitis gastrica) Zahnfleischentzündungen und Mittelohrentzündungen durch den gastroösophagealen Reflux ausgelöst werden.

Ursachen:

Ganz in der Regel findet man bei der Refluxkrankheit eine mehr oder wenig große Hiatushernie (sog. Zwerchfellbruch). Normalerweise kann der Zwerchfellmuskel (Muskelplatte zwischen Bauchraum und Brustkorb) , der den Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen mit unterstützt verhindern helfen, dass Nahrung bzw. sauerer Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt. Fehlt dieser zusätzlich Schließmechanismus kann die Säure in die Speiseröhre aufsteigen und zu Schmerzen und Entzündung der Speiseröhre führen.  Die Größe eines Zwerchfellbruchs und die Verschlußschwäche des Mageneinganges nimmt in der Regel im Laufe des Lebens zu.

Folgen:

Die Verschlußschwäche des Mageneingangs führt zu einem vermehrten Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre ( = Reflux), wobei ein geringer Rückfluß einschließlich Aufstoßen völlig normal sind. Klagen über Aufstoßen, saurer oder bitterer Geschmack insbesondere beim Bücken sind häufig. Legt man sich nieder z.B. abends beim Schlafengehen, kann sich der Mageninhalt ebenfalls der Schwerkraft gehorchend besser in die Speiseröhre ausdehnen, welches die nächtlichen Beschwerden erklärt.

Die zur Verdauung erforderlichen Komponenten des Magens (überwiegend Salzsäure, selten auch mal bitter schmeckende Gallensäuren) führt zu einer Schädigung der Speiseröhren-Schleimhaut, d.h. zu einer Entzündung (Refluxösophagititis).

Die Stadieneinteilung nach Savary und Miller, Los-Angeles oder MUSE dienen der groben Einordnung des Schweregrades der Entzündung. Je höher der Grad der Einteilung desto ausgedehnter die Veränderungen (welches nicht unbedingt mit stärkeren Schmerzen einhergehen muß). Neben  der Schleimhautentzündung der Speiseröhre findet sich dann ggf. auch ein entzündliche Geschwür (Ulkus/Erosion). Als längerfristige Folgen einer chronischen Refluxösophagitis können narbige Einengungen der Speiseröhre und eine irreversible Umwandlung (Metaplasie) der Speiseröhrenschleimhaut in Magenschleimhaut (sog. Barrett-Schleimhaut) entstehen. Die Barrett-Schleimhaut gilt als Krebs-Vorstufe, das heißt, das Risiko einer bösartigen Entartung ist im Vergleich zur Normalbevölkerung um ein vielfaches höher.


Therapie:

Als erstes erfolgt der Rat die Lebensgewohnheiten etwas umzustellen:

  • Vermeidung von Säure-haltiger Nahrung (z.B. Essig, einige Rot und Weißweine)
  • Kleinere Mahlzeiten auf den Tag verteilt
  • Letzte Nahrungsaufnahme 2-4 Stunden vor der Bettruhe.
  • Kein abendlicher Alkoholgenuß
  • Gewichtsreduktion
  • Oberkörperhochlagerung zur Nacht
  • Reduktion von Röstkaffe und Nikotin
Medikamentös stehen Säurebinder, Säureblocker (auch Protonen-Pumpen-Hemmer oder Inhibitoren -> PPI) und Prokinetika zur Verfügung. Bei einer chronischen Refluxkrankheit werden heute in aller Regel PPI als Bedarfs- oder Dauerbehandlung verordnet. Bei Therapieversagen oder wenn keine Medikamente genommen werden wollen steht alternativ eine operative Rekonstruktion des Ventils zur Verfügung.

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